Schu-hu

Wenn es Ostern schon keine offizielle Ruhe gibt, könnten alle schweigen, die nichts Neues zu sagen haben…

Ich sitze auf dem Balkon. Die Taube guckt vorwurfsvoll. Das ist ihr Platz, findet sie. Schließlich habe ich ihn monatelang nicht genutzt. Ich würde ihr ja das Geländer überlassen, aber so mutig ist sie nicht. Vielleicht spürt sie auch meine Vorbehalte. Meisen wären mir lieber. Dabei sollte ich in diesen Zeiten froh sein über jeden Besuch. Die Taube schweigt zur Pandemie, in der Kakofonie der Kommentare ist ihr gelegentliches Schu-hu wohltuend. Heute Nacht träumte ich, wie ich eine Meditation anleiten wollte, aber alle einfach weiterredeten. Wenn es Ostern schon keine offizielle Ruhe gibt, könnten alle schweigen, die nichts Neues zu sagen haben. Aber so ein Schweigen muss man aushalten können. Vielleicht fällt deshalb vielen der Karfreitag so schwer. Es gibt nichts zu sagen. Die Taube nickt. Ich weiß nicht, ob das mir gilt. Sie nickt grundsätzlich viel. Ich stelle mir vor, dass das ihre Lebenseinstellung unterstreicht. Dabei haben es Tauben nicht immer leicht. Ich nicke zurück. Wir verstehen uns.

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