Tüdelüt

In der Nachbarstraße gibt es so ein Lädchen mit Tüdelüt. Nichts, was man braucht. Das soll keine Kritik sein, denn auch Dinge, die man nicht braucht, können schön sein. Schönheit ist subjektiv, möglich also, dass sehr viele Menschen die Sachen in dem Laden sehr schön finden. Es ist nämlich so: Seit es wieder erlaubt ist, bildet sich jeden Tag vor der Tür eine Schlange. Anfangs waren es nur Frauen, jetzt stehen auch Männer da. Für die Ladeninhaberinnen ist das natürlich schön. Trotzdem frage ich mich: Was wollen die alle?

  • die Sehnsucht nach Tüdelüt ist besonders groß, wenn der Rest des Lebens gerade alles andere als Tüdelüt ist
  • unterm Tresen werden Drogen gehandelt
  • unterm Tresen wird Toilettenpapier gehandelt
  • eigentlich ist der Laden eine Singlebörse
  • die Leute wollen gar nichts kaufen. Hauptsache dabei sein, wo sonst schon nichts stattfindet
  • alle brauchen plötzlich Kerzenständer

 

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  • Überfluss und Genuss

    Ich gestehe, auch ich bin „Tüdelüt-anfällig“. Eine Sommerlichterkette stand nicht auf meinem Einkaufszettel. Und doch konnte ich nicht widerstehen.
    Und drei kleine Windspiele kaufte ich.
    Vier Windmühlen und Seifenblasen.
    Für die Enkel natürlich.
    Aber auch mit 70 machen mich Seifenblasen glücklich.
    Und die Straßenkreide hätte ich gerne selber genutzt, leider komme ich schwer wieder hoch, wenn ich am Boden knie.
    Jeden Abend freue ich mich an den Lampions.
    Und ich glaube, Tüdelüt ist der absolute super Gegenpart zu Corona, gegen Mehl- und Hefemangel, ganz zu schweigen von anderen Einschränkungen.
    Wenn diese Erklärung nicht reicht, möchte ich einen etwas abgeänderten Werbespruch zitieren:
    „Go in and find out!“