Zuversicht

Die Zuversicht ist ziemlich zerzaust. Ich habe Mitleid mit ihr. „Brauchste nicht“, sagt sie. „Kommen bessere Zeit, dann kümmere ich mich wieder um ein gebügeltes Äußeres.“ Ich frage sie, wie sie das macht: Immer so positiv zu bleiben. Ob sie denn nie das Bedürfnis habe, sich so richtig auszukotzen? Meckern, schreien, das Handtuch werfen? Sie sieht mich überrascht an: „Mach ich doch. Jeden dritten Tag bestimmt. Und dann geht’s weiter.“ Ich werfe ihr einen zweifelnden Blick zu. „Ist ein Anfängerinnenfehler“, sagt sie, „immer so tun zu wollen, als sei alles gut. Ist aber auch ein Anfängerinnenfehler, mit dem Frust Brüderschaft zu trinken. Der lässt dich nämlich nicht wieder gehen. Und dann hast du wirklich ein Problem. Zur Kenntnis nehmen und Abstand halten. Einmeterfünfzig ist das Mindeste!“ Sie winkt zum Abschied, und wie immer hinterlässt sie ein Lächeln auf meinem Gesicht.

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  • Im richtigen Moment


    Liebe Susanne,
    das habe ich jetzt gebraucht.
    Danke für die Weitergabe des Lächelns :).

  • danke danke danke

    mein bilderbuchhirn ist direkt angesprungen, toll, vielen Dank!

  • Auch ich ...

    ... habe jetzt ein Lächeln auf dem Gesicht. Und einen Impuls fürs Predigtschreiben für Palmarum. Vielen lieben Dank

  • Zuversicht- die Freundin des Vertrauens

    Moin Susanne,
    ach wie gut zu lesen, dass auch die Zuversicht mal meckert. Und JA, DIE Brüderschaft kommt zwar manchmal freundlich daher und ich finde es soooooo wichtig, dass Du benennst, welches Problem wir haben, wenn wir sie trinken.
    Gestern habe ich ein Sandkunstbild gesehen, da habe ich an Dich und Deine Freudenwörter gedacht. Diese erschienen, wenn man den Sand im Rahmen etwas verschob. Eins war Vertrauen.
    Jetzt gehe ich voll Zuversicht auf den Markt und hab Vorfreude auf Palmsonntag.
    DANKE und lieben Gruß vom Rhein an die Elbe
    Stephanie